Funktion und Aufbau der Plazenta

Sie wissen natürlich, dass ein Kind im Mutterleib von der Plazenta ernährt wird. Doch wie genau kennen Sie sich mit dem Aufbau und der Funktion aus? Hätten Sie die zwei häufigsten Fragen zu dem Thema beantworten können? Etwa den Zusammenhang mit dem Rhesus Faktor erklären oder erklären, ob Zwillinge sich einen Mutterkuchen teilen? Überprüfen Sie Ihr Wissen am Ende des Artikels.

So bildet sich die Plazenta

Wenn sich das befruchtete Ei einige Male geteilt hat, der Zustand wird Trophoblast genannt, nistet es sich in der Wand der Gebärmutter ein. Gleichzeitig fängt auch die Plazenta, beziehungsweise der Mutterkuchen an, sich zu entwickeln.

Ist die zwölfte Schwangerschaftswoche erreicht, hat sich der Mutterkuchen zu einem eigenständigen Organ ausgebildet.

Sein Aussehen lässt sich als weich und Dunkelrot beschrieben. Mit einem Gewicht von circa einem halben Kilogramm ist das Organ relativ schwer.

Der Blutkreislauf des ungeborenen Kindes und der werdenden Mutter sind von zwei Zellschichten getrennt. Trotzdem gelangen nahezu alle Substanzen, die bei der Mutter im Blut sind auch zum Kind.

Welche Funktion hat die Plazenta?

In erster Linie wird der Fötus mit Nahrung versorgt. Parallel werden die Ausscheidungen und Stoffwechselprodukte über das Blut der Mutter abgeführt. Verbunden sind beide Kreisläufe über die Nabelschnur.

Von der Mutter gehen Sauerstoff, Kohlenhydrate, Aminosäuren und Hormone in den Blutkreislauf des Kindes.

Das Kind entledigt sich von Schlackstoffen, Kohlenstoffdioxid und Hormonen.

Die Plazenta hat außerdem eine Barriere Funktion. Sie soll giftige Stoffe hindern, zum Kind zu gelangen. Bei starken Giften wie Alkohol, Zigaretten und Medikamenten schafft sie da aber nicht.

Interessant: Der Mutterkuchen produziert die Hormone, die dafür sorgen, dass kein Eisprung während der Schwangerschaft stattfindet. Zudem regen die Hormone die Vorbereitung der Brust auf das Stillen und des Körpers auf die Geburt an.

Die Gebärmutter kann ungehemmt weiterwachsen und wieder andere Hormone beugen vorzeitigen Wehen vor.
Ist die Plazenta intakt, wächst der Fötus im Mutterleib in gesundem Tempo und ist bei der Geburt gesund.

Es ist notwendig, mit Ultraschalluntersuchungen die Funktion der Plazenta im Blick zu behalten, um Schäden am Kind vorzubeugen und gegebenenfalls entgegen wirken zu können.

Nach der Kindesgeburt

Nach der Geburt muss auch die Nachgeburt den Körper verlassen. Passiert das nicht von alleine, gibt es Medikamente, welche die Gebärmutter zusammenziehen und dadurch die Plazenta herauspressen. Alternativ kann die Hebamme die Plazenta an der Nabelschnur herausziehen.
Es wird immer überprüft, ob der Mutterkuchen vollständig ist.
Nach einer Viertelstunde circa sollte die Plazenta draußen sein. Stillen regt das Ausstoßen des Mutterkuchens ebenfalls an.

Probleme

Wenn Frauen während der Schwangerschaft starke Schmerzen oder Blutungen haben, muss im Krankenhaus untersucht werden, ob sich die Plazenta vom Muttermund ablöst.
Geht die Plazenta nicht komplett nach der Geburt ab, wird die Mutter unter Vollnarkose ausgeschabt.

Sin Zwillinge zusammen in einer Plazenta?

Eineiige Zwillinge essen zusammen von einem Mutterkuchen, aber sie leben in getrennten Dottersäcken. Zweieiige Zwillinge hingegen haben jeder einen Mutterkuchen zur Verfügung. Das liegt daran, dass sie aus zwei Eiern bestehen.

Was hat der Rhesus Faktor mit der Geburt zu tun?

Bei der Geburt eines Kindes, bei dem die Mutter den Rhesus Faktor negativ trägt, wird aus der Nabelschnur eine Blutprobe entnommen. Diese Probe aus den großen Blutzellen ist identisch mit dem Blut des Kindes.

Wird hier Rhesusfaktor positiv festgestellt, kann es sein, dass die Mutter Antikörper dagegen entwickelt. Gelangen diese in den Blutkreislauf des Kindes, kann dies tödlich enden.

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